Texpa-Simplon Trainingswissen #3: Leistungsdiagnostik mit Fabian Ziegler

Die Atmung wird angestrengt. Schweiß perlt Fabian Ziegler über den Körper und tropft über seinen Carbonrahmen auf den Boden. Die Beine drehen aber unermüdlich weiter. Auf dem Bildschirm leuchten 430 Watt, während Sebastian Mühlenhoff ein weiteres Mal Blut am Ohr abnimmt um den Laktatwert zu messen. „Auf geht´s, die 460 packst du noch!“, feuert er den Sportler an.

Sebastian Mühlenhoff ist Sportwissenschaftler und Mitbegründer bei IQ Athletik, einem der langjährigen Partner des Team Texpa-Simplon. Seit Jahren absolvieren die Meisten Texpa-Simplon Sportler ihre Diagnostiken in dem Trainingsinstitut in Frankfurt Rödelheim oder werden von Sebastian in der Trainingsplanung unterstützt.

So auch Fabian Ziegler an jenem Tag im November. Bei 460 Watt kann auch er die Belastung nicht mehr aufrecht erhalten und hängt erschöpft auf seinem Rad.

Der Laktatstufentest ist die gängigste Methode zur Bestimmung der Trainingsbereiche. Hierbei wird, je nach Protokoll auch unterschiedlich, alle drei Minuten die Belastung um 30 Watt erhöht. Am Ende jeder Stufe wird der Laktatwert und die Herzfrequenz bestimmt, aus denen die Trainingsbereiche errechnet werden. Anhand der resultierenden Laktatkurve können Rückschlüsse auf die Energiebereitstellung des Sportlers gezogen werden. Sebastian misst zusätzlich über eine Spiroergometrie die Atem Gase, die weitere Einblicke in den Stoffwechsel des Sportlers zulassen. Außerdem lässt sich über eine Spiroergometrie die Maximale Sauerstoff Aufnahmefähigkeit bestimmen, welche als Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit bezeichnet wird.

So lässt sich im Gegensatz zum Feldtest nicht nur die erbrachte Leistung über die Zeit „X“ bestimmen, sondern auch welchen Anteil die aeroben und anaeroben Energiebereitstellungswege daran tragen.

Das Ergebnis?

Fabian hat einen Dieselmotor. Der erste signifikante Laktatanstieg liegt bei ihm bei 316 Watt! Das bedeutet, dass er auch bei über 300 Watt noch einen hohen Anteil der benötigten Energie aus Fetten bereitstellen kann. Dadurch kann er seine Kohlenhydratspeicher für kürzere Belastungswechsel im Rennen schonen.

Fabians individuelle anaerobe Schwelle (IAS), was den Bereich beschreibt in dem sich Laktat Auf- und Abbau die wiege halten, liegt bei 379 Watt, was bei seinem Körpergewicht von 77,5 Kilogramm 4,89 Watt/KG entspricht. Damit bringt er gute Voraussetzungen mit, lange ein hohes Tempo  halten zu können.

Gegen Ende des Tests bestätigt sich, dass er auf die Langdistanz spezialisiert ist. Während manche Cross Country Fahrer nach der IAS noch teilweise fünf Stufen durchfahren und auf maximale Laktatwerte von über 14 mmol kommen, ist bei Fabian nach nicht ganz drei Stufen über der IAS Ende. Die 460 Watt Ausbelastung im Stufentest, was fast 6 Watt/KG entspricht, können sich aber trotzdem sehen lassen.

Facebook
Twitter
Instagram
SOCIALICON