Texpa-Simplon Trainingswissen #1: Ausdauer wie Markus Kaufmann

Die unerwartete Rennpause durch das Corona-Virus mag viele demotivieren. Für Trainingstiere wie Markus Kaufmann ist es ein Ansporn weiter hart an sich zu arbeiten. Dies ist wohl auch ein Grund, warum er sich über Jahre zu einem der stärksten Bergfahrer überhaupt entwickelt hat.

Mit knapp 73 Kilo fährt er 440 Watt über 20 Minuten und auch über eine Stunde noch 410 Watt. Mit diesen Werten würde man bei der Tour de France zwar nicht um den Sieg mitfahren, aber doch vielen Teilnehmern am Berg das Hinterrad zeigen.

Aber was braucht es um eine solche Leistung aus seinem Körper zu kitzeln?

Erstes wichtiges Kriterium ist das Talent, das ein Fahrer mitbringt. Zum einen steckt nicht jeder Körper die hohen Trainingsumfänge ohne Überlastungen weg, die nötig sind um ein solches Niveau erreichen. Zum anderen spricht nicht jeder gleich gut auf Training an und bekommt von seinem Körper selbst bei gutem, strukturiertem Training früher Limits gesetzt.

So erreichen viele erst nach mehreren Jahren des intensiven Trainings eine Maximale Sauerstoff Aufnahmefähigkeit (Vo2max) von über 60 ml/kg/min, was einem sehr fitten Bike Marathon Teilnehmer entspricht. Im Vergleich dazu erreichen talentierte Nachwuchsfahrer teilweise recht schnell Vo2max Werte von über 70 ml/kg/min. Das heißt die Vo2max ist trainierbar, aber auch stark von der Genetik beeinflusst.

In der Marathon Weltspitze gibt es kaum Fahrer mit Vo2max Werten von unter 80 ml/kg/min. Zudem besitzen diese Sportler zusätzlich eine sehr hohe Ökonomie, was bedeutet, dass sie deutlich weniger Sauerstoff brauchen um dieselbe Leistung zu erbringen.

Auch bei Markus waren viele Jahre des Trainings nötig um bei großen Rennen um den Sieg mitfahren zu können.  „Ich habe einen Dieselmotor. Früher habe ich einfach lang und viel trainiert. Durch die moderne Trainingswissenschaft sind jetzt Intervalle an der Tagesordnung. Intervalle richtig gesteuert und eingesetzt haben den größten Trainingsreiz“, so Markus über sein Training. „Vor allem Intervalle im Bereich der Vo2max sind zwar mega hart, zeigen bei mir aber starke Wirkung“.

Über das Jahr verteilt sitzt er 30 000 Kilometer auf dem Rad. Wöchentlich abhängig von der Trainingsphase 15-30 Stunden. Im Winter nutzt er regelmäßiges Laufen als Ausgleich und macht jeden zweiten Tag „Stabi-Training“ für den Rumpf.

Was würde Markus Kaufmann einem Nachwuchsfahrer empfehlen?

„Jeder Mensch ist anders und spricht auf anderes Training an. Wichtig finde ich auch Trainingsparter zu haben. Mit ihnen ist das Training kurzweiliger und wird automatisch auch mal länger!“

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