Stellungnahme zum Fall Christina Kollmann-Forstner

Gegen die ehemalige Texpa-Simplon Fahrerin Christina Kollmann Forstner wird wegen Doping ermittelt. Ihr wird die Verwendung von Wachstumshormonen und Blutdoping vorgeworfen, woraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Sportbetrug eröffnet wurde.

Das Team hatte bereits einige Wochen  nach Christinas Rücktritt Kenntnis über diese Vorwürfe erhalten, bisher aber auf eine Stellungnahme in Absprache mit dem BKA verzichtet, um die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern. Jedoch war für uns von Anfang an klar, dass für uns nur die Offenlegung aller Informationen und volle Transparenz in Frage kommt. 

Am 30.03.2019 beendeten wir in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig den Vertrag für die laufende Saison, da uns Christina informierte, dass sie aufgrund gesundheitlicher Probleme und daraus resultierender Motivationsschwierigkeiten ihre Karriere beenden möchte. Da sich bereits die Saisonvorbereitung aufgrund wiederkehrender gesundheitlicher Probleme schwierig gestaltete, hatten wir zu diesem Zeitpunkt keinen Grund an ihrer Aussage zu zweifeln. Wir veröffentlichten eine Pressemitteilung und gaben ihren Rücktritt auf Social Media bekannt. Leider müssen wir einige der in diesen Mitteilungen getätigten Aussagen nach heutigem Wissensstand revidieren. Nach aktuellem Erkenntnisstand müssen wir davon ausgehen, dass ihr Rücktritt im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der “Operation Aderlass” um den Erfurter Arzt Marc Schmidt stand. 

Wenige Wochen nach Christinas Rücktritt  informierte uns das BKA Wien telefonisch und schriftlich darüber, dass in der Ermittlungssache im Zusammenhang mit der “Operation Aderlass” auch gegen Christina Kollmann-Forstner in Österreich wegen Sportbetrugs ermittelt wird. Um die Aufklärung zu unterstützen, haben wir umgehend die angeforderten Vertrags- und Sponsoringunterlagen zur Feststellung der Schadenssumme übermittelt und nach Rücksprache mit dem Anwalt und BKA aus Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen von einer öffentlichen Stellungnahme vorerst abgesehen. Jedoch war uns von Anfang an ein offener Umgang wichtig, daher haben wir sofort intern unsere Sponsoren und Fahrer über die Vorwürfe gegen Christina informiert.

Das Team Texpa-Simplon hat eine strikte Antidoping Policy und wir waren sehr geschockt von Christinas Fehlverhalten zu erfahren. Zu keinem Zeitpunkt hatten Teamleitung, Betreuer oder andere Fahrer Kenntnis über Christinas Dopingpraktiken und wir sind immer noch massiv enttäuscht von ihrem Verhalten. Nach einem schwierigen ersten Jahr, das beinahe in einer Vertragsauflösung endete, haben wir Christina eine zweite Chance gegeben und ihr viele Freiräume zugestanden. Leider mussten wir nun herausfinden, dass diese Zugeständnisse ausgenutzt wurden. Es tut uns extrem leid für alle Fans und unsere Team-Fahrer, die durch Christinas Verhalten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Genauso tut es uns für ihre ehemaligen Konkurrentinnen im Wettkampf leid, die um ihren sportlichen Erfolg betrogen wurden.  Wir werden weiterhin alles tun um zur kompletten Aufklärung des Falles beizutragen.

An dieser Stelle möchten wir ein großes Dankeschön an all unsere Sponsoren aussprechen, die uns in dieser schwierigen Zeit weiterhin ihr Vertrauen schenken und die teils langjährige Zusammenarbeit fortsetzen.

 

Team Leitung

Texpa-Simplon

 

Alfred Vonhausen

Oliver Vonhausen

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